Traditionen: Was ist Vogelsuppenessen?

Vogelsuppenessen (sprich: „Voglsubbm-essn“) gilt als fränkische Kirchweihtradition und hat sich, obwohl sich in besagter Suppe kein einziges Stück Geflügel befindet, bei der Bevölkerung im Nürnberger Land eingebürgert.

Entstanden ist diese „Vor-Kirchweihliche“ Erfindung im Hersbrucker Umland, genauer in Pommelsbrunn, und zwar im dortigen „Gasthof Vogel“ und heißt darum auch richtiger Weise „Vogel-Suppe“. Da es früher keine ordentliche Kühlmöglichkeiten gab, versuchte der alte „Vogel-Wirt“ (Gasthaus seit 1921 in Familienbesitz), nach dem Schlachten von Großvieh, die leicht verderblichen Innereien möglichst schnell zu verwerten. Darum erdachte er einfach ein „Menü“ und setzte es den Gästen vor. Und diese Menüfolge wird auch noch heute vom Enkel Uli Vogel zur Kirchweih den Gästen im Gasthof Vogel serviert:

Leberknödelsuppe
Herz, Nieren und Rindfleisch in Streifen, mit Zwiebeln gebraten
zu Soße und Knödeln (Klöß‘) Rindfleisch aus dem Sud mit Meerrettich

Natürlich gibt es die Vogelsuppe in Franken in allerlei Variationen. Sie wird seit Jahren zu jedem Kirchweihauftakt in Gastwirtschaften mit fränkischer Küche serviert, hauptsächlich aber im Raum der Frankenalb. Vor 20 Jahren war die Tradition nur im engsten Umkreis von Pommelsbrunn bekannt und auch heute noch können schon die Nürnberger nichts mehr mit diesem Begriff anfangen.

Verbundenheit zur Region

Zur Heimatpflege gehört auch der Blick auf den heimischen Teller und die Bewahrung von Speisen, die zum Brauchtum zählen. Jede Region kennt ihre Rezepte, von denen manche sich nach Städten oder größeren Orten benennen. Darum gibt es bei der Rückersdorfer Kirchweih seit vielen Jahren diese Tradition zum Kirchweih-Auftakt (Gasthaus Weißer Schwan). Dabei wird die Frage, was „Voglsubbmessn“ eigentlich ist, bei uns immer wieder gestellt – wir befinden uns ja schließlich kurz vor Nürnberg.

Quellen: Mein Pommelsbrunn und Studio FrankenDer Heimatspiegel – Die rätselhafte Vogelsuppe

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